Wort

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Palmström legt des Nachts sein Chronometer,

um sein lästig Ticken nicht zu hören,

in ein Glas mit Opium oder Äther.

Morgens ist die Uhr dann ganz ‚herunter‘,

Ihren Geist von neuem zu beschwören,

wäscht er sie mit schwarzem Mokka munter.

Christian Morgenstern (1871 – 1914), deutscher Schriftsteller, Dichter und Übersetzer

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Wenn ich nicht zu Hause bin, bin ich im Hawelka.
Wenn ich nicht im Hawelka bin, dann bin ich auf dem Weg ins Hawelka.

Alfred Schmeller (11. 3. 1920 – 19. 9. 1990) Kunsthistoriker, Direktor der Wiener Museums des 20. Jahrhunderts

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Kaffeehaus

Du hast Sorgen, sei es diese, sei es jene … ins Kaffeehaus!

Sie kann, aus irgend einem, wenn auch noch so plausiblen Grunde, nicht zu dir kommen … ins Kaffeehaus!

Du hast zerrissene Stiefel … Kaffeehaus!

Du hast 400 Kronen Gehalt und gibst 500 aus … Kaffeehaus!

Du bist korrekt sparsam und gönnst Dir nichts … Kaffeehaus!

Du bist Beamter und wärest gern Arzt geworden … Kaffeehaus!

Du findest Keine, die Dir passt … Kaffeehaus!

Du stehst innerlich vor dem Selbstmord … Kaffeehaus!

Du hasst und verachtest die Menschen und kannst sie dennoch nicht missen … Kaffeehaus!

Man kreditiert Dir nirgends mehr … Kaffeehaus!

Peter Altenberg (9. März 1859 – 8. Jänner 1919) Österreichischer Schriftsteller

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Wiener Kaffee

Wenn ich geh in mein Palais
bestell ich immer nur Kaffee.
Stets eilt der Ober auch herbei
mit der Frage: „Wos deafs sei?“
„Kaffee möchte ich gerne haben,
würde mich heut‘ besonders laben.“

„Nun, do muas i denno frogn
wöch’nt se wuan heite hobn.
Valängat oda do an Braunen?
An Kuazn oda goa an Laungen?
An Mocca oda Eiskaffe?
Melaunsch brachat i a no schnö.
An Einspänner, an Cappuccino
Fiaker oda goa Latino?
Jitzt namat i se scheh am Schmäh!
Den Latte man i, wissn’s eh.
Melaunsch warat heit a no drinn
und Irish Coffe i gean bring.
Do schaun’s heit aus, ois dat’ns wuin
an Heferlkaffee, so in huin?“

Ich sitz nur da auf heißen Kohlen,
denk mir: „Nun geh schon einen holen!“
Doch schluck ich runter mein Begehren
den Ober jetzt noch zu belehren.
Ich hol tief Luft und lächle sehr:
„Bring er mir doch Melange nur her“
Dann wart‘ ich bis er wiederkommt.
Allein das hat sich stets gelohnt,
denn endlich steht er duftend da –
der Wiener Kaffee – war doch klar.

Spinnynos zu Wien (21. Jahrhundert)

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Kaffe heißt Kraft und gibt auch Kräfte,
er strengt Nerv und Sinne an,
daß er das ehlich Geschäfte
mehr fördern als verhindern kann,
sein Öl und Salz reizt zu der Liebe,
sein Mehl arregt die Zeugungstriebe

Anonymus zu Ulm (19. Jahrhundert)

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Der starke Kaffee

Ein Mensch, der viel Kaffee getrunken,
Ist nachts in keinen Schlaf gesunken.

Nun muß er zwischen Tod und Leben
Hoch überm Schlummerabgrund schweben

Und sich mit flatterflinken Nerven
Von einer Angst zur andern werfen

Und wie ein Affe auf dem schwanken
Gezweige turnen der Gedanken,

Muß über die geheimsten Wurzeln
Des vielverschlungnen Daseins purzeln

Und hat verlaufen sich alsbald
Im höllischen Gehirn-Urwald.

In einer Schlucht von tausend Dämpfen
Muß er mit Spukgestalten kämpfen,

Muß, von Gespenstern blöd geäfft,
An Weiber, Schule, Krieg, Geschäft

In tollster Überblendung denken
Und kann sich nicht ins Nichts versenken.

Der Mensch in selber Nacht beschließt,
Daß er Kaffee nie mehr genießt.

Doch ist vergessen alles Weh
Am andern Morgen – beim Kaffee.

Eugen Roth (1895 – 1976) deutscher Lyriker und Dichter

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Dieses nachgemachte Blut ist so balsamisch abgekocht, von so gesunden Kräften,
so dass es auch so gar in den verdrießlichsten Gesellschäften die angenehmsten Dienste tut.

Daniel Stoppe (1697-1747) deutscher Dichter

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Nach über 10 Jahren Computertechnik müßten die Tastaturhersteller eigentlich gelernt haben,
daß Tastaturen unten Abflußlöcher für den Kaffee brauchen.

Peter Becker (*1949) deutscher Informatiker

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Kaffee ist die Milch der Denker und Schachspieler.

(aus Arabien)

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Oft werde ich gefragt: „wie soll ich das denn betonen?“
Die beste Antwort auf diese Frage gab einst Bertolt Brecht, der bei seinem Freund Bronnen auf einer Probe war.
Er sagte: „Betonen Sie alles„!

Sein Beispiel: „Bringen Sie mir bitte eine Tasse Kaffee!

Bringen Sie ..“ – warten Sie nicht lange, gehen Sie sofort los, schicken Sie mir niemand, der Kaffe macht, holen Sie ihn zu Fuß und bringen sie ihn mir!

„Bringen Sie …“ – lassen Sie den Kaffee nicht etwa durch einen Anderen bringen, sondern bringen Sie ihn selbst.

„Bringen Sie mir…“ – bringen Sie ihn nicht dem Bronnen und keinem anderen Kollegen, sondern ausschließlich mir!

„Bringen Sie mir bitte…“ – ich bin ja höflich und bitte Sie darum.

„Bringen Sie mir bitte eine…“ – bitte nur eine, nicht etwa zwei, weil ich die vielleicht nicht vertrage.

„Bringen Sie mir bitte eine Tasse…“ – kein Kännchen und schon gar nicht einen scheußlichen Plastik-Becher, sondern eben eine Tasse!

„Bringen Sie mir bitte eine Tasse Kaffee…“ – nicht Tee und nicht Tomatensaft, sondern nur Kaffee!

Also: „Bringen Sie mir bitte eine Tasse Kaffee!“

(Quelle www.rhetorik…)

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Kellner, falls dies Kaffee ist, bringen Sie mir lieber Tee; Falls dies aber Tee ist, bringen Sie mir lieber Kaffee.

Abraham Lincoln (1809 – 1865) 16. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika

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Es ist entsetzlich zu sehen wie der Kaffeekonsum zunimmt. Jeder trink Kaffee. Wenn möglich müssen wir dies verhindern. Meine Leute müssen Bier trinken.

Friedrich der Große (1712 – 1786) König von Preußen

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Wovon wird der Kaffee süß – vom Zucker oder vom Umrühren?

Jüdisches Sprichwort

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