Kaffee und Kölsch – Ein unerwarteter Sonntag

Endlich sah es so aus, als wenn ein Freund würde in der Tat in New York sein und wir würden uns nach etwa 4 Jahren Internet Freundschaft sehen und nicht nur lesen – und es geschah auch. Am Sonntag verbrachten wir einige Stunden im Gespräch, beim Kennenlernen, mit Genuss und in diese Weltstadt, die so schön und besonders ist, dass man sie zwei Mal genannt hat.

Grace (Barista im Siphon Bar) brüht uns Kaffee.

Also zeigte ich meinem Freund Manuel und seinen Freund Yohvanni ein wenig von New York, New York aus meiner Sicht. Beide sind Schweizer mit südamerikanischen Wurzeln. Manuel kenne ich weil wir beide für das Essensmagazin Effilee aus Hamburg (online) geschrieben haben. Yohvanni lebt hier.

Die Zubereitung von Cáscara, der Kaffee-Tee.
Der Cáscara Kaffee wird zum Schluss serviert, in Begleitung (abwechseln) eines Zimt Meringe (aus eigener Herstellung).

So fanden sich drei Genießer und wache Gaumen in den Blue Bottle Coffee an die erste Bar des Tages und ließen sich von Grace drei Siphon Kaffees zubereiten – Yirgacheffe Gelana aus Äthiopien, Cerro Gacho aus Honduras und eine Mischung aus El Salvador. Auf Deutsch, Englisch und Spanisch sprachen wir viel über Kaffee. Welch eine Freude, sich mit zwei Köchen über Erfahrungen der Gaumen live austauschen zu können.

Diese Siphon Bar hat eine komplexe Kultur aus Japan in den Vereinigten Staaten von Amerika gebracht. Aber nicht nur eine feine japanische Kultur ist hier zu erleben, sondern auch die Art, in den Blue Bottle Coffee Baristi – wie Grace – ihren Respekt den Kaffeekern in verschiedenen Formen zu zeigen pflegen. Hierzu habe ich ausfürhlich auf English geschrieben, und „Wenn wir nicht aufpassen, könnten wir uns Kaffee-nicht-trinker Wesen verwandeln“ wird bald hier auf Deutsch erscheinen. Ebenso schrieb ich über Cáscara als „Der Ältere Kaffee“ und dieser Artikel wird ebenso bald übersetzt erscheinen.

Ich hatte mich mit Manuel verabredet und spontan gedacht, dass der Siphon Bar ein guter Treffpunkt wäre. An einem Kaffeetag und an Deutschland hatte ich jedoch keine Gedanken gehabt. Es ging nur darum, endlich diesen Mann kennenzulernen. Aber als wir die Siphon Bar verließen, fiel mir ein, ich könnte ihn zwei Schätze zeigen. Um die Ecke ist der Chelsea Markt, wo an der Filling Station Espresso Salz und Espresso Balsamico Essig angeboten werden. (Vielleicht sollte ich langsam anfangen, bei dieser Firma Provision einzukassieren.) Seine Gaumen zwangen ihn erfreut dazu, sich bei mir zu bedanken. Er fing sofort an, über Vorstellungen zu reden, darüber, was er mit diesen Produkten machen könnte.

Espresso Balsamico Essig, fast notwendig als Schnaps zu geniessen.

Yohvanni hatte uns mit seinen Kindern verlassen aber wir trafen uns wieder am Abend an die zweite Bar des Tages. Doch vorher musste ich Manuel noch ein Schatz zeigen. Die beste Pizza der Welt kann im Geschmack unmöglich weit davon entfernt sein, was South Brooklyn Pizza – auch in der East Village – aus dem Ofen rausholt. Er stimmte deutlich zu! Dort trank ich auch zum ersten Mal Kaffee aus der Zapfsäule – ein Manhattan Special Coffee Soda, nicht aus der Flasche, sondern vom Fass.

Als wir zu dritt das Bar verließen, wurde ich ins Landbrot geleitet. Tja… New York, New York! Welch eine Stadt. Hier haben ein paar junge Gourmets eine deutsche Idee im 2011 angefangen und dort tranken wir Kölsch aus der Zapfsäule. Ich durfte nach etwa 4 Jahren wieder Prossit! rufen.

Manuel und ich kamen zusammen, weil wir im Leben viele Sachen ähnlich sehen. Zu erst ahnten wir dies, durch das, was wir gegenseitig lasen. Nun erlebten wir es mit Augen und Ohren. Ein zentraler Aspekt hier ist, dass wir im Essen und Gastronomie viel des Spirituellseins einbauen. Aus meiner Sicht ist Liebe kein Gefühl, die abhängig vom Begleiter kommt und geht, sondern ist ein exitenzielles Teil unseres Seins, wie Atmen, Bewegung und physisches sowie geistiges Wachstum. Kaum etwas haben wir Menschen individuell auf spiritueller Ebene zur Verfügung, was besser und wichtiger sein könnte, als Kreativität. Diese wird oft durch äußerliche Wirkung getrieben – sprich Inspiration. So war er sofort mit sich und seinen Gaumen, als er dieser Espresso Salz und der Espresso Balsamico im Munde hatte.

So ergeht es mir manchmal, bloß beim Anschauen eines Abbildes.

Wir sind viel mehr als die Summe, die uns einem Individuum macht und jedes Bruchteil in uns ist eben so groß – sei es geistiger oder physischer Natur.