Apfel in Estragon und Wein

Soweit ich mich an meiner Kindheit und Jugend erinnern kann, mein heutiges Verständnis für das Exotische existierte damals nicht. Im Garten konnte ich Bananen, Zitronen, Orangen, Mangos, Panapen, Guanábanas (Stachelannone oder Sauersack), Tamarinde oder Granatäpfel pflücken, mit Kokosnüsse und Zuckerröhre nicht weit entfernt. Damit sind nur manche domestische Produkte genannt. Dennoch, eine Frucht erfreute meine Gaumen, Nase und Augen so sehr, dass ich sie über alle andere vorzog.

Eine Frucht impliziert Verführung zwischen Geschlechter, sie ist grün, rot, gelb, sauer, süß knackig und mehlig und hält Ärzte fern. Die Pflanze Malus Miller gib die wunderbaren Äpfel her.

Leider kam die Zeit, in den ich auf Äpfel plötzlich allergisch reagierte und es vergingen Jahren, bevor ich versuchte dieses Problem umzugehen, mit dem Entschluss, Äpfel zu kochen. Seitdem sind diese Früchte erneut ein Teil meiner Ernährung, auch wenn die Nahrung durch das Kochen vermindert wird. Und selbstverständlich gehören sie auch in meinem Kaffeeuniversum und tauchen dort immer und immer wieder auf, zunehmend in der süßen Variante.

Einige Paarungen scheinen logisch zu sein, vielleicht wegen der Häufigkeit mit dem sie in verschiedenen Kulturen und Gerichte auftauchen. Dazu gehören vor allem Zimt, Vanille, Anis, Nelken oder Muskat. Aber Kreativität und Inspiration sind wie Sauerstoff – immer da, ohne dass man ihn bestellen braucht. So kam die plötzliche Ahnung, dass Estragon – artemisia dracunculus linnaeus – eine perfekte Paarung wäre.

Man nehme ein paar Äpfel und entkernt sie. Am besten versucht man es mit verschiedenen Sorten. Davon gibt es reichlich. In einer Backform kommt genug Wein, sodass die Äpfel etwa 1/3 bis 1/2 gedeckt sind (etwa 300 m). Dazu kommen etwa 150 g Zucker, ein Teelöffel Espresso und die Blätter von zwei Estragon Zweige. Das Ganze wird im Ofen bei etwa 180°C 45 Minuten gebacken. Man soll regelmäßig danach schauen, dass die Äpfel nicht zu trocken werden, in dem man die Flüssigkeit mit einem Löffel einige Male über die Äpfel gießt. 

Zum Schluss kann man ein wenig Sahne mit ein Paar Esslöffeln Gin oder Rum schlagen und dazu servieren. Grenzen existieren nicht. 

 

Apfel in Estragon und Wein
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