Das Universum des Kernöls

Kernöl im Salat dürfte für einen Gourmet eines der schönsten Erlebnisse sein, ob in Österreich, Ungarn und Slowenien als heimische Spezialität, oder sonstwo exotisch.

Die Kerne von dem steirischen Ölkürbis (Cucurbita pepo var. Styriaca) werden geröstet, bevor sie gepresst werden. Dieser Kürbis unterscheidet sich von allen anderen dadurch, dass ihre Kerne durch Mutation vor etwa 100 Jahren ihre hölzerne Schale verloren haben. Ihr einziger Schutz ist ein dünnes Silberhäutchen, welches durch Schalenpigmente die intensive Farbe des Öls entstehen lässt.

Da Krebs bei Männern in sehr vielen Fällen die Prostata befällt, empfiehlt es sich, dass diese den Kernöl in Schnapsmenge täglich zu sich nehmen.  Für Vegetarier sind diese Kerne zudem reichliche Nahrung, da sie 35% Protein enthalten. Steirisches Kernöl ist als Name geschützt. Der Anbau erlebte starke Verbreitung in der Steiermark in den 70er und 80er des 19. Jahrhunderts, obwohl das Öl bereits gegen Mitte des 18. Jahrhunderts in der Geschichte dokumentiert wurde.

„… man brauchet denselben offt zu den kühlenden Emulsionen und Milchen, wie auch zu anderen Träncken und Suppen. Es wird auch ein wiesses, süsses Oel daraus gepresset, welches eine linde, weiche Haut machet, und auch sonsten erweichet.“  (Aus einem Fachbuch entnommen, 1739 datiert)

Der Ursprung des steirischen Ölkürbis liegt in Mexiko, wo er seit mehreren Jahrtausenden als Kulturpflanze wächst. Erst nach der Entdeckung Amerikas erreichte er Europa und Asien, wo er heute große Beliebtheit genießt. Die Kernöltradition wird in der südlichen Steiermark und im südlichen Burgenland, sowie in Teilen Ungarns, Sloweniens und Russland gepflegt, wo dieser angebaut wird. Sobald die Kürbisse im Herbst orange werden, werden sie geerntet und – mal maschinell, mal manuell – ihre Kerne gewonnen, dann gewaschen und getrocknet. Erntet man 35 Kürbisse, kann man mit einem Liter Kernöl rechnen. Der Presskuchen, der entfällt, wird dann als Futter für Schweine und Rinder verwendet. 

  • das Kernöl soll immer dunkel und kühl aufbewahrt werden – nie zu kalt
  • sollten Sie das ‚Glück‘ haben, dass ein paar Kernöltropfen auf ihren Kleider landen, waschen Sie diese NICHT. Diese Flecken bleichen einigermassen schnell aus durch direktes Sonnenlicht. Erst dann waschen.
  • wenn Sie Salate mit Kernöl marinieren, verwenden Sie zuerst das Öl und nachträglich die anderen Zutaten. So haftet das Öl viel besser
  • das Kernöl soll nie direkten Sonnenstrahlen ausgesetzt sein, sonst gerinnt es schnell und wird bitter
  • dank der Vitamine A und E können Sie Kernöl bei rissigen Händen mit der selben Menge Sonnenblumenöl vermengen und diese Mischung einreiben und schließlich massieren – eine gute Stunde einwirken lassen
  • gegen Schmerzen und Verspannung: Kernöl leicht erwärmen – NICHT KOCHEN – und zehn Min. mit Ingwerstückchen und Majoran ziehen lassen – das Öl an der gegebenen Stelle mehrmals am Tag großzügig einreiben und massieren – die Durchblutung wird somit verstärkt

Es versteht sich, dass dieser Wunderkern hier aus gutem Grund erwähnt wird: Kaffee und alchemistische Verzweigungen. Versuchen Sie z.B. ein Paar Tropfen des Edelöls in Ihren Kaffeeöl, am besten mit einen Schuss Milch, eventuell mit Zucker oder Honig dazu. Kernöl wirkt auch als feine ergänzende Note zu Avocado. Oder tunken Sie Toastbrot in Kernöl und Olivenöl, wenn erwünscht, mit ganz wenig Knoblauch dazu. Eine dünne Scheibe vom Knoblauchzehe gemörsert oder gedrückt reicht völlig.

Rezepte finden Sie im Aristipposian Kaffeemörser

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