Archiv für 'Anspruch ° Demand'Kategorie

Verweildauer als philosophische Messung

Juli 11, 2009

Ihr Mund war ihr Heiligtum. Wenn es um Gelüste und die Liebe ging, alle anderen Teile ihres Körpers waren willig und frei. Julia Roberts küsste nicht.

Im Mund fängt die einzige Philosophie an, die uns physisch am Leben erhält. Es ist diese kleine Kammer, in der sich Zunge, Speichel und Gaumen befinden und gemeinsam wesentliche Entscheidungen mitlenken, was reinkommen darf und was draußen bleiben muss. Hier fangen sie alles auf und entscheiden innerhalb von Sekundenfragmenten an Hand von Wissen und Prüfungen, was ihnen lieb bzw. nicht lieb ist. Im Mund wird auch die Wirkung mitentschieden, die Essen und Getränke auf den Körper haben werden, schon bevor sie diesen in Richtung Den Rest des Beitrags lesen »

Slow Coffee oder per Knopfdruck?

Juni 20, 2009

Die 2 Möglichkeiten haben wir fast immer, solange wir nicht am Bahnhof sind.

Was erlebe ich im Mund, im Körper, was trinke ich, wie trinke ich, was geschieht ins gesamt, wenn ich ein Knopf getätigt habe, um einen Kaffee zu trinken? Üblich ist es, dass Wasser und Kaffee (wenn es nicht automatisch geschieht) portioniert werden und nach dem man 1 oder 2 Knöpfe getätigt hat, hat man einige Minuten, die im Bad verbracht werden, bis ein lautes Geräusch signalisiert, eine Tasse Den Rest des Beitrags lesen »

Kaffee für die Nase

Juni 12, 2009

Für sehr viele Menschen ist die Erinnerung an Kaffee mit starker Prägung immer wieder anwesend. Für viele, die gar keinen Kaffee trinken oder trinken wollen, erzeugt die Nase die Freude, die im Gaumen selten oder nie stattfand. Es ist oft von der Oma die Rede, wie sie Kaffee mahlte und die Mühle zwischen den Beinen festhielt. Der Duft, ob in der Früh oder am Nachmittag. In den Erinnerungen findet Kaffee, dank Den Rest des Beitrags lesen »

Kaffeeöl und Verwässerung ° Coffee oil and watering

Juni 9, 2009

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Verwässerung ist bei der Kaffeezubereitung die allgemeine Tendenz.

Aber die Hauptstufen zum Kaffeegenuss sind Kaffeeöl (auch Aristippos Schwarz genannt), Ristretto und schließlich Espresso.  Den Rest des Beitrags lesen »

Die Fünf-Elemente und Kaffee

Juni 6, 2009

KaffeemörserDie Fünf Elementen Gedanke oder Konzept ist Bestandteil der Traditionellen Chinesischen Medizin und hat als Ziel zur Gesundheit im Körper und Geist eines Menschen beizutragen. Es wird auf Gleichgewicht hin gearbeitet, basiert auf der Lehre von Yin und Yang.

Über die Komplexität hierin möchte ich jetzt nicht eingehen, weise aber unten auf Orte hin, wo Auskunft verfügbar ist. Ohne die ganze Philosophie zu kennen und begreifen ist es möglich Den Rest des Beitrags lesen »

ich vermute

Mai 5, 2009

eins der wunderbarste Seiten, womöglich die einzig wahre Grund für Komplexität, ist es, dass es kann dem Individuum wunderschön dabei unterstützen, Einfachheit zu erlangen.

Espresso-to-go?

März 21, 2009

Nur eine Woche ist es her – so in etwa – da dachte ich darüber, dass von Bestellungen für Espresso-to-go hört man nicht. Ich hatte zumindest noch nie sowas gehört und konnte mir nicht vorstellen, dass man so was tut. Es schien mir so, als wenn man zu einem Bar geht und bestellt ein Whiskey-to-go in einem Becher.

Dann, heute geschah es!

Ich besuchte ein fantastischer Kaffeeort… wir unterhielten uns über Kaffee (ausnahmsweise)…  da kommt plötzlich ein Mann rein und bestellt ein doppelter Espresso-to-go. Der Mitarbeiter fing mit der entsprechende Zubereitung an, aber dann, als wenn der Inhaber ganz plötzlich die Bestellung registriert hätte, sagte er zum Kunde, daß für eine Bestellung zum Mitnehmen, das Getränk in einem Pappbecher serviert werden müsste und dieses würde dadurch sehr schnell kalt werden, womit der Genuß des Getränks sehr begrenzt wäre.  Somit bestellte der Mann um und stand gute 10 Minuten an der Tür und genoß sein Kaffee – hat er zumindest gesagt, als er fertig war. Und am Gesicht meinte ich seine Freude darüber zu erkennen, dass man ihn zum Genuß gezwungen hatte.

Interessant – dachte ich mir… Vor ein paar Tagen hatte ich mir gesagt, dass so eine Bestellung nicht gibt.

In der Tat. Sie gibt es nicht.

Anspruch

März 11, 2009

Die schönste Kaffee Ehrung ich jemals hörte, kommt von Christoph Niemann, dessen Morgen mit einem Tee anfängt, damit er wach ist und somit den Genuß seiner ersten Tasse Kaffee wahrnehmen kann. (Achtung Teegenießer: hier hieße natürlich zuerst eine Tasse Kaffee, damit die erste Tasse Tee viel bewusster genossen werden kann. Doch Vorsicht! Verführungsgefahr, dass die erste Tasse Tee werden kann.)

Die Gesundheit des Geistes, des Körpers, sowie das seelische Wohlbefinden hängen wesentlich davon ab, mit welcher Einstellung und wie wach wir wahrnehmen. Bei der Kaffeezubereitung die Prozesse und Erwartungen variieren. Man lässt automatisiert einen Kaffee in Abwesenheit (während im Bad) entstehen oder man tätigt jeder Schritt selbst.
Man erwartet bloß den notwendigen Koffeinschub oder möchte eben diese Tasse Kaffee gezielt genießen. Die Erwartung mag nur Zweck bedingt sein oder auf hohen Anspruch ruhen.

Wenn ein Individuum sich zur Medizin- oder Theologiestudium berufen fühlt, sollte es dies nur nachgehen, wenn hiermit den höchsten Anspruch vorliegt, Körper, Geist und Seele des Menschens zur Genesung zu verhelfen oder ihn in ihrer Gesundheit zu unterstützen. Wenn die Berufung heißt, Menschen gastronomisch zu behelfen, bedienen, begleiten, dann sollte dies nicht anders sein.

Zur Zeit befasse ich mich noch intensiver mit der Rolle eines Kaffeehauses und der Rolle eines Individuums, das Kaffee zubereitet und serviert. Dabei stelle ich immer wieder fest, erkenne immer wieder wie vom Neuen, dass alles, was ich für mich zum Verzehr zubereite, möchte ich mit der besten Zutaten, besten Wissen (inklusive Experimentierfreude) und höchsten Anspruch fertig stellen. Und hiermit verbunden stelle ich ferner fest, dass nur mit diesem Anspruch darf ich Menschen begegnen, die ich zu bedienen suche, und dass ich nur die Menschen bedienen möchte, die diesen Anspruch an mich stellen.

Wie es bekannt ist, ein Espresso, der Zertifizierung nach, bedeutet 7 gm Kaffeemehl.  Schon lange ist es her, dass ich von Espresso rede, wenn ich ein kleiner Kaffee zubereite, u.a. weil ich nicht einsehe, mich nach 7 gm und 30ml zu orientieren. Bonanza Coffee Heroes verwendet 14 gm.  In New York gibt es Cafés, die seit Jahren auf ganz andere Ebenen geniessen und damit ihre Kundschaft verwöhnen bzw. leiten bzw. bilden, in was Kaffeetrinken sein kann. Laut New York Times verwendet z.B. „Gimme! Coffee“ 19 gm (für ca. 25ml Wasser) und das „Ninth Street Espresso“ 21gm (für ca. 30ml Wasser). Bob Peyton (Ninth St. Espresso) erklärt darüber hinaus die Unterschiede an Geschmack, die er bei 199° (F) erreicht, im Gegensatz zu 203°. (Hierzu kann ich sagen, dass ein Freund von mir liebt mein „Aristippos Fuerte“ mit 21 gm.)

Hier geht es also nicht um Tradition, nicht um Namen, nicht um Geld, es geht um Anspruch und neue Wege, um diesen Anspruch gerecht zu werden oder besser gesagt, diesen Anspruch zu befriedigen, gar den Anspruch zu Erhebung verhelfen.

Der New York Sternkoch Marcus Samuelsson wurde in Äthiopien geboren, in Schweden adoptiert und aufgewachsen und zeigt in  Aquavit in New York, was die Küche aus Schweden sein kann. Er kocht u.a. mit Kaffee und meint, es reiche nicht, dass man gut und mit Liebe kocht. Es ist auch wichtig, dass man mit Anspruch auf Erfolg kocht.